Winterhochzeiten - Vor(ur)teile in Hülle und Fülle

Winterhochzeiten sind unbeliebt und haben einen schlechten Ruf. Völlig zu Unrecht, wie ich finde! Diese Ansicht teilt auch die erfolgreiche und erfahrene Weddingplanerin Svenja Schampera von "Wolke7 Hochzeiten". Mit ihr habe ich mich kürzlich über Winterhochzeiten unterhalten und wenn sie darüber spricht, dann kommt sie aus dem Schwärmen gar nicht mehr raus. Ihre Augen leuchten und es schwingt eine besondere Begeisterung in ihrer Stimme: „Winterhochzeiten bleiben in Erinnerung!“ sagt sie. In absolut positiver natürlich. Und das deckt sich mit meinen eigenen Erfahrungen. Daher haben wir gedacht, wir werfen unsere umfangreichen Erkenntnisse mal zusammen und brechen eine Lanze für die oft verkannte Winterhochzeit.

Alles - außer gewöhnlich

Ja, Winterhochzeiten sind anders. Aber genau darin liegt ihre Stärke! Jedes Paar möchte, dass die eigene Hochzeit etwas ganz Besonderes, Einzigartiges ist. Am liebsten soll sie sich von den üblichen und bekannten Hochzeitstandards abheben. Wenn Ihr etwas Außergewöhnliches sucht, das definitiv nicht jeder macht, dann heiratet in der Zeit von November bis März! Schon allein mit dem Datum werdet Ihr für Aufmerksamkeit sorgen.

Datumsfindung leicht gemacht

Damit sind wir auch schon beim nächsten Vorteil. Viele Paare tun sich schwer, ein passendes Datum im Sommer zu finden. Damit alle Gäste kommen können, soll es vor allem nicht in der Urlaubszeit liegen. Dadurch fallen locker schon mal 8 – 10 mögliche Termine weg. Falls Personen aus verschiedenen (Bundes-)Ländern eingeladen sind, sogar noch mehr. Und wenn dann auch noch jemand anderes aus dem eigenen Umfeld im gleichen Jahr heiratet, wird es noch schwieriger, schließlich soll ein gewisser zeitlicher Abstand zwischen den Hochzeitsterminen liegen. All diese Schwierigkeiten fallen in den Wintermonaten weg - vorausgesetzt Ihr wollt nicht gerade über Weihnachten heiraten. Aber selbst das lässt sich meist problemlos realisieren, ist die Weihnachtszeit doch ohnehin immer auch Familienzeit.

Perfekte Verfügbarkeit der Wunschpartner

Die Sommerpaare stoßen aber noch auf ein weiteres Problem: nicht selten sind an den Samstagen viele der gewünschten Locations und Dienstleister schon ausgebucht. Erst recht an denen außerhalb der Ferien. Für viele Parts müssen mehrere Anläufe genommen werden, bis endlich alle Komponenten unter Dach und Fach sind. Da hat mich sich gerade für eine traumhafte Location begeistert, ist Feuer und Flamme für eine herzliche, aber lockere Rednerin, hat sich in die wundervollen Bilder eines Fotografen verliebt oder in die zauberhaften Blumenkreationen einer Floristin und dann… hagelt es auf die Anfragen Absagen, weil all die mühsam ausgesuchten Wedding-Partner schon anderweitig gebucht sind. Da sind Enttäuschung und Frust fast schon vorprogrammiert.
Das wird Euch im Winterhalbjahr ganz sicher nicht passieren. Bei einer Hochzeit in dieser Zeit könnt Ihr quasi aus dem Vollen schöpfen! Ihr habt die Qual der Wahl! Und mit etwas Glück gibt es beim einen oder anderen Dienstleister vielleicht sogar noch einen Winterbonus obendrauf - PERFEKT!

Das waren jetzt nur die rein organisatorischen Vorteile. Kommen wir aber zum noch wichtigeren Teil: dem Hochzeitstag selbst!
Das größte Vorurteil, mit dem Winterhochzeiten zu kämpfen haben, ist das Wetter. Angeblich ist es immer kalt und nass und ungemütlich! Aber zum einen stimmt das überhaupt nicht, denn gerade Winterhochzeiten können extrem gemütlich sein - mit dem besonderen Kuschelfaktor. Und zum zweiten kann das Wetter auch ein enormer Vorteil sein! Wie das? Ui, hier sind Svenja und mir in unserem Gespräch so viele Punkte eingefallen, dass ich gar nicht weiß, wie ich das alles hier zusammenfassen soll!?

Der erste große Vorteil ist, dass sich die Gäste auf den Winter einstellen. Niemand erwartet im November oder Februar 25°C und strahlenden Sonnenschein. Und so ist auch niemand enttäuscht, wenn es tatsächlich kalt und bedeckt oder sogar regnerisch ist. Am allerwenigsten Ihr selbst!

Plan B ist passée

Das nimmt ganz besonders Euch eine enorme Last von den Schultern und spart zusätzliche Planung. Denn der berühmte und unerlässliche „Plan B“, den man bei einer Trauung im Freien im Sommer zwingend braucht, der fällt plötzlich weg! Ihr könnt Euch eine Location suchen, die einen traumhaften Innenraum bietet, könnt die Trauung dort bis ins kleinste Detail planen und dann auch genau SO durchführen. Die Bilder in Eurem Kopf werden Realität! Es gibt keine Überlegung, ob man eine halbe Stunde vor Beginn wegen des Wetters nicht doch lieber alles nach drinnen verlegt und auf den (oftmals ungeliebten) „Plan B“ ausweicht, nur um sich dann zu ärgern, dass es doch trocken geblieben ist. Genauso, wie niemand panisch mitten in der Trauung ins Trockene flüchten muss, weil ein plötzlicher Platzregen niederbricht und man dann denkt „Wären wir doch bloß auf Plan B ausgewichen!“ Es gibt keine Enttäuschungen, weil man sich Traumwetter für die Traumhochzeit ausgemalt hatte, stattdessen aber 14°C und Regen bekommt. Das ist im Sommer übrigens noch viel ungemütlicher, weil nämlich alle Gäste (insbesondere die Damen) auf Sommer eingestellt sind - mit entsprechend luftigen Kleidern und offenen Schuhen, die ruckzuck durchnässt sind und in denen man bei fehlendem Sonnenschein schnell friert.

Temperatur – ganz cool

Umgekehrt sind aber mehr als 30°C im Schatten, wie wir sie im Sommer mittlerweile immer öfter haben, auch kein Vergnügen. Vor allem, weil hier ganz oft der „Plan B“ vergessen wird. JA, der ist auch bei Sonne wichtig! Denn eine Trauzeremonie im Freien in der prallen Sonne ist alles andere als ein Vergnügen! Nach spätestens 10 Minuten denkt niemand mehr ans Brautpaar, sondern alle nur noch an das eine: SCHATTEN! Und etwas Kühles zum Trinken!
Das Problem habt Ihr im Winter nicht. Da freut sich jeder über Sonne – je mehr, desto besser!

Hohe Temperaturen sind übrigens nicht nur ein Problem bei der Trauung im Freien, sondern beeinflussen den kompletten sommerlichen Hochzeitstag. Die Hitze schlaucht die Gäste, macht sie müde und träge. Viele gehen deshalb früher, manche haben Probleme mit dem Kreislauf, allen fehlt Energie und die Lust sich mehr als zwingend notwendig zu bewegen befindet sich irgendwo ganz tief im Keller. An Tanzen ist nicht mal zu denken! Stattdessen steht mindestens die Hälfte der Gäste lieber draußen auf der kühlen Terrasse und quatscht. Partystimmung aufkommen zu lassen kann da zu einem aussichtslosen Unterfangen werden und so manche Band oder DJ stand quasi schon allein im Saal und hat vor mehr oder weniger leeren Tischreihen „gerockt“!

Gemütlichkeit ist Trumpf

Die Kälte und vermeintliche Unbehaglichkeit lassen sich ganz schnell ins genaue Gegenteil umswitchen. Viele Locations verfügen über einen Ofen oder offenen Kamin, an dem man sich ganz behaglich aufhalten kann. Wenn das Wetter mitspielt, kann als „Plan B“ die Trauung sogar draußen stattfinden! Eingemummelt in kuschelige Decken wird jeder die frische Luft und die Sonne genießen - und natürlich die außergewöhnliche Zeremonie. Zu später Stunde werden statt der sommerlichen Flip-Flops einfach gemütliche Pantoffeln für die müden Tanzfüße verteilt. Und die wird es reichlich geben, weil alle Gäste energiegeladen und ausgiebig die Tanzfläche gestürmt haben.
Statt des Sektempfangs wird nach der Trauung einfach ein Glühweinempfang veranstaltet, mit gebrannten Mandeln und heißen Maronen. Dazu Feuerschalen oder Heizpilze, um sich aufzuwärmen – herrlich!

Lichterzauber

Am besten legt Ihr die Trauung so, dass der anschließende Sektempfang langsam aber sicher in die Dämmerung übergeht, denn mit Einbruch der Dunkelheit kommen die Feuerschalen so richtig zur Geltung. Überhaupt kann die frühe Dunkelheit perfekt in Szene gesetzt werden! Mit Fackeln und Laternen, mit Lampions und Teelichtern zaubert Ihr eine einzigartige Atmosphäre. Nie kommt Licht so fantastisch zur Geltung, wie in der dunklen Jahreszeit. Da könnt Ihr Euch so richtig austoben! Ein guter Fotograf kann damit übrigens auch geniale Bilder kreieren – Hochzeitsfotos, die so ganz sicher kaum jemand hat!

Unendliche Möglichkeiten

Wer ein größeres Budget zur Verfügung hat, kann sogar ganze Schnee- und Eis-Landschaften als Kulisse gestalten. Für Trauung und Sektempfang gibt es durchsichtige Zelte, die fantastisch beleuchtet und auch beheizt werden können. Aber auch wer nicht so tief in die Tasche greifen möchte, kann mit geeigneter Deko, dem Blumen- und Farbkonzept, sowie dem passenden Menü eine wundervolle und einzigartige winterliche Stimmung zaubern!

Zu guter Letzt sind Winterpaare auch noch entspannter, schon allein, weil keine falschen Hoffnungen und Erwartungen an Wetter und Partystimmung erfüllt werden „müssen“. Sie wissen, was sie erwarten können, alles kommt, wie geplant und man wird allenfalls positiv überrascht! Und genau diese Gelassenheit strahlen Winterhochzeitspaare auch aus!

Wie Ihr seht, sind Winterhochzeiten tatsächlich VIEL besser, als ihr Ruf! Und ich hoffe, ich konnte Euch mit unserer Begeisterung dafür anstecken!?
Vielleicht seid Ihr ja die nächsten, die im Winterhalbjahr heiraten? Denn eines ist gewiss: Winterhochzeiten bleiben in Erinnerung!!!